PBA – Palais des Beaux-Arts de Charleroi, Charleroi
Mit XXL erweitert der Choreograf und Tänzer Sofiane Chalal eine intime Fragestellung auf den kollektiven Körper. Er eröffnet hier einen Raum des Teilens für fünf Interpreten rund um die Normen des tanzenden Körpers. Gemeinsam erforschen die Tänzer, was es bedeutet, einen Körper zu bewohnen, der als dick gilt, hinterfragen die Normen und verschieben die Blicke – angefangen bei unseren als Zuschauer. In der Kontinuität von Ma part d’ombre, einem autobiografischen Solo, das er 2022 kreierte, erforscht Sofiane Chalal mit XXL, was es bedeutet, einen dicken Körper in einer Gesellschaft zu bewohnen, die von Normen und ästhetischen Geboten durchdrungen ist. Der übergewichtige Körper ist hier ein Feld choreografischer Schrift, reich an Möglichkeiten, das im Maßstab individueller Bahnen durchschritten wird. Das Stück erforscht die Mechanismen der Fettfeindlichkeit im Bereich des Tanzes anhand von einzigartigen Erzählungen, die kollektiv nachhallen. Genährt von der Pluralität der Hip-Hop-Praktiken, aus denen die Interpreten stammen, entfaltet die Choreografie eine lebendige und verankerte Energie, wie eine Antwort auf jeden Versuch von Zwang oder Reduktion. Die präzise und kraftvolle Geste lässt Humor, Subtilität und Umdeutung durchscheinen. XXL baut sich als kollektives Gespräch in Bewegung auf, in dem der Körper ein kritisches Werkzeug ebenso wie ein Raum der Affirmation ist, der Tanz ein Katalysator, um unsere eigenen Wahrnehmungsverzerrungen zu hinterfragen.