Im Zentrum des Werks von William Shakespeare nehmen die Fools einen besonderen Platz ein, an der Grenze zwischen Lachen und Schwindel.
Narren, Clowns, Verrückte oder verkleidete Weise, sie untergraben Hierarchien, verschieben Gewissheiten und führen unter dem Deckmantel des Spiels ein Wort von radikaler Klarheit ein.
Durch ihre Stimmen wird das Theater zu einem Raum des Umbruchs.
Das Groteske grenzt an das Tragische, die Unverschämtheit enthüllt das Intime und die scheinbare Leichtigkeit öffnet Abgründe des Denkens.
Dazu autorisiert, alles zu sagen, weil sie vermeintlich „verrückt“ sind, sind sie oft die Einzigen, die klar sehen und es wagen, das zu benennen, was andere verschweigen.
Les Fools haben diese einzigartige Art, die Sprache zu bewohnen, die Selbstverständlichkeiten zu stören, Breschen in die Realität zu schlagen.
Die kreative Arbeit der Studierenden von Master du Conservatoire Royal de Bruxelles fügt sich in diese fruchtbare Spannung ein.
Sie erforscht die vielfältigen Gesichter dieser Figuren: ihre Freiheit im Ton, ihr Verhältnis zur Macht, ihre Fähigkeit, zwischen Maske und Wahrheit zu navigieren.
Szenen aus dem Repertoire werden zu Stützpunkten, zu Stoffen für Transformationen.
Die Worte Shakespeares treten in Resonanz mit denen von Dieudonné Niangouna, Vincent Macaigne sowie mit den eigenen Texten der Interpreten.
Was hier entsteht, ist weniger eine Erzählung als vielmehr eine Durchquerung.
Es ist ein fragmentarischer, poröser Raum, in dem sich ständig die Frage „Was bedeutet es heute, den Narren zu spielen?“ neu stellt. Ist es sich verstecken, enthüllen, widerstehen, überleben?
In einer Welt, in der Diskurse erstarren und Rollen zugewiesen werden, erinnern uns die Fools daran, dass das Theater in erster Linie ein Ort der Störung ist, ein Raum, in dem die Sprache entgleist, um ihre Richtigkeit besser zu erreichen.
Eine Wahrheit, die sich nicht aufdrängt, sondern die zerbrechlich, instabil, notwendig zum Vorschein kommt. Avec Sapho Baworowski
Zana Berisha
Yannig Bonard
Lente De Breucker
Emmanuel Hugon
Huguette Izobimpa
Mathieu Lapoujade
Adrian Marsia
Matteo Vieuxtemps