Im Jahr 1914 besuchte der Komponist Alban Berg eine Aufführung von Woyzeck, einem fragmentarischen Theaterstück von Georg Büchner, das ihn zu einem meisterhaften Meisterwerk inspirieren sollte. Mit Schärfe und ohne Filter zeigt sein Wozzeck die Entmenschlichung eines zerbrechlichen Individuums, dessen Durst nach Anerkennung und sozialen Bindungen systematisch auf Ablehnung und Missbrauch stößt.
In dieser neuen Produktion werden unser musikalischer Leiter Alain Altinoglu und der Regisseur Christophe Coppens das chaotische affektive Universum des Soldaten Wozzeck erforschen. Eine tumultartige Kombination aus Gewalt und Einsamkeit verwischt die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Vorstellung. Mit gebrochener Seele wird der Protagonist allmählich von einer einzigen Obsession ergriffen: dem Mord. Bei seiner Uraufführung im Jahr 1925 schlug Bergs Oper ein wie eine Bombe. Hundert Jahre später hat dieses faszinierende Werk nichts von seiner Relevanz verloren.
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