shou Heute Abend ›
Sommerzeit 2026: Taipeh (Taiwan) Festival

Sommerzeit 2026: Taipeh (Taiwan)

Mo., 3. Aug. 2026
Vaux Hall & Cinéma Galeries, Brussels
Anlässlich des 15. Jubiläums des Festivals L’Heure d’Été lädt Sie das Cinéma Galeries erneut dazu ein, durch das Kino einer Stadt auf der ganzen Welt zu entfliehen. Im Jahr 2026 begeben wir uns nach Taipeh, der Stadt der Millionen Neonlichter, die zwischen Tradition und Moderne schwingt! Taiwan erzählt eine Geschichte komplexer Identität, geprägt von den Perioden chinesischer und japanischer Herrschaft, aber auch von internen politischen Spannungen und den Beziehungen zum chinesischen Festland. Lange Zeit hatte die taiwanesische Kultur Schwierigkeiten, sich voll zu behaupten und ihre Einzigartigkeit anerkennen zu lassen. Noch heute bleibt die Frage ihrer Unabhängigkeit im Zentrum politischer und geopolitischer Debatten. Taipeh ist das Abbild dieser Identitätshybridisierung. Sie ist ein Knotenpunkt han-chinesischer, japanischer, indigener und chinesischer Kulturen, und das taiwanesische Kino ist das Ergebnis dieser vielfältigen Einflüsse, Erinnerungen und Erbschaften. Die erste taiwanesische Nouvelle Vague entstand Anfang der 1980er Jahre, zu einer Zeit, als die lokale Filmindustrie durch die Konkurrenz der Produktionen aus Hongkong geschwächt war. Im Bruch mit den Melodramen und Actionfilmen, die bis dahin dominierten, schlugen junge Regisseure ein realistischeres Kino vor, das vom italienischen Neorealismus inspiriert und im Alltag der Taiwanesen verankert war. Ihre Filme thematisieren Urbanisierung, soziale Ungleichheiten oder die Transformationen der zeitgenössischen Gesellschaft durch eine freiere Erzählweise und einen Rhythmus, der dem echten Leben nahekommt. Zu den Hauptfiguren dieser Bewegung zählen Hou Hsiao-hsien und Edward Yang, die dazu beigetragen haben, das taiwanesische Kino international bekannt zu machen. In den 1990er Jahren übernahm eine zweite Nouvelle Vague. Während sie einen aufmerksamen Blick auf die taiwanesische Gesellschaft behielten, zeigten sich ihre Filme oft zugänglicher und offener für neue narrative Formen. Diese Generation wird insbesondere durch Tsai Ming-liang verkörpert, dessen Film Vive l'amour 1994 den Goldenen Löwen in Venedig gewann, sowie durch Ang Lee, der schnell internationalen Erfolg feierte. Gemeinsam trugen sie dazu bei, das Image des taiwanesischen Kinos zu erneuern, während sie weiterhin die sozialen, kulturellen und identitären Entwicklungen der Insel erforschten. Mit unseren Koproduzenten vom Taiwan Film Festival Berlin wollten wir diese vier großen Figuren des taiwanesischen Kinos mit einer neuen Generation von Filmemachern in Dialog bringen. Jeder zeitgenössische Film, der in dieser Auswahl präsentiert wird, spiegelt somit einen dieser vier bedeutenden Regisseure wider, sei es durch seine Themen, seinen Blick oder seinen filmischen Ansatz. Während die Filme der anderen emblematischen Filmemacher dieser Auswahl während L’Heure d’Été gezeigt werden, werden die von Edward Yang nach dem Festival im Rahmen einer Retrospektive präsentiert, die ihm vollständig gewidmet ist, um die Entdeckung seines Werks und seines Einflusses auf das zeitgenössische taiwanesische Kino zu verlängern. Durch diese Korrespondenzen erforscht diese Ausgabe die Verbindungen zwischen Tradition und Moderne, Erinnerung und Vergessen, Trauma und Identitätssuche. Sie beleuchtet die tiefgreifenden Transformationen der taiwanesischen Gesellschaft und zeigt, wie das Kino zu einem einzigartigen und wertvollen Ausdrucksraum werden kann, der in der Lage ist, den Alltag in eine Erzählung zu verwandeln.
Weitere Termine
Mo., 3. Aug.Di., 4. Aug.Mi., 5. Aug.Do., 6. Aug.Fr., 7. Aug.Sa., 8. Aug.So., 9. Aug.Mo., 10. Aug.
Tickets ↗ In der shou-App öffnen
Veranstaltungsort
Vaux Hall & Cinéma Galeries
Vaux Hall & Cinéma Galeries, 1000 Brussels
Mehr auf shou — der tägliche Veranstaltungsguide für Belgien: Heute Abend · Dieses Wochenende · Alle Events