Wittockiana: Museum of book arts and bookbinding, Brussels
weiße bücher
leere bücher
oder bücher von geringem wert
wenige worte
wenige bilder
oft wenige seiten
a minima versammelt werke, die an die stille grenzen und die lesepraxis verschieben.
aus einer privaten sammlung entstanden, ergänzt durch einige leihgaben, durchquert die ausstellung frei einhundertfünfzig jahre verlagswesen, von 1876 bis heute.
gründende schatten – mallarmé, duchamp – tauchen darin auf. aber es ist vor allem die konzeptionelle geste, die in der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts erschien und durch die konkrete poesie und das künstlerbuch verlängert wurde, die sich hier entfaltet.
insbesondere werden werke von über einhundert schöpfern präsentiert, darunter amélie de beaufort, barbara schmidt-heins, bernard villers, bruno munari, daniel gustav cramer, elisabeth tonnard, elsa werth, giovanni anselmo, george maciunas, herman de vries, irma blank, jiří valoch, jonathan monk, john cage, josé luis castillejo, kimsooja, marcel broodthaers, micah lexier, michel françois, monika droste und guy rombouts, nathalie czech, peter downsbrough, raphaël van lerberghe, sara mackillop, simon cutts…
hier erzählt das buch nicht: es deutet an, es hält zurück, es leistet widerstand.
jedes werk eröffnet in seiner kargheit einen raum. lesen wird dann zu einem aufmerksamen, bewegenden, kritischen, manchmal subversiven akt.