Tatiana Frolova führt ein ergreifendes Theater des Dissenses fort, das zugleich schamhaft und zutiefst politisch ist.
Im Jahr 2024 eröffnete „Nous ne sommes plus…“ die Erzählung eines durch den Krieg in der Ukraine erzwungenen Exils. Die russische Regisseurin Tatiana Frolova und das KnAM Théâtre, heute im Théâtre des Célestins in Lyon aufgenommen, schlagen ein neues Kapitel ihres Lebens auf. Wie geht es ihnen? We’re fine. Ça va… aber nicht ganz.
Auf der Bühne schwanken sechs Silhouetten und stützen sich gegenseitig. Die Prüfung mischt sich in die Körper dieser Entwurzelten. Das Erlernen einer neuen Sprache, die Distanz und der Verlust der Orientierung. Also sind das Pflegen einer Pflanze, das Zeigen einer Kartoffel, um russische Gerichte heraufzubeschwören, kleine, gebastelte Rituale, um den Mangel zu bannen. Fotos und Archivfilme bereichern eine präzise Erinnerungsarbeit, um die Gewalt des Putin-Regimes zu dokumentieren. Dennoch sammelt Tatiana Frolova, ohne der Verzweiflung nachzugeben, die Manifestationen der Menschlichkeit, winzige Details, die dem Verzicht widerstehen.
Zusammenfassend
Tatiana Frolova und ihre Kompanie haben Russland wegen des Krieges verlassen.
Auf der Bühne erzählen sechs Künstler von ihrem Leben im Exil: die Sprache lernen, die Orientierung verlieren.
Man sieht ihre kleinen Gesten des Alltags, um die Verbindung zu halten.
Wie lebt man weiter, fernab von zu Hause?