Polyphonie aus dem Unterbauch von Cipriano de Rore und Zeitgenossen auf Texte von Dante. Cipriano de Rore ist bekannt für seine intensiven und manchmal dunklen Madrigale, oft inspiriert von der düsteren und tiefen Poesie von Dante. Damit setzt er sich von einer süßlich-idyllischen Kultur ab und zeigt die dunkle Unterseite der Renaissance. Das neue Programm von Graindelavoix ist das zweite, das das Ensemble vollständig Cipriano de Rore widmet. Graindelavoix folgt dem Komponisten in dieser dunklen, dramatischen Geschichte, sowohl in seiner eigenen Musik als auch in der Musik seiner Schüler und Menschen, die von ihm beeinflusst wurden. De Rore’s danteskestes Werk wird im Programm auch mit anderen Madrigalen auf Texte von Dante konfrontiert, aus der italienischen mündlichen Tradition und aus der Feder von Luzzaschi, Marenzio, Soriano, Renaldi und anderen. Künstlerische Leitung Björn Schmelzer | Sopraan Florencia Menconi | Tenor André Perez, Raphaël Joanne, Marius peterson | Bas Arnout Malfliet | Luiten Floris De Rycker Over Cipriano de Rore Cipriano de Rore (°1515, Ronse) war der italienischste Komponist Flanderns. Er definierte das italienische Madrigal neu und wuchs zu einer Inspirationsquelle für Monteverdi heran. De Rore ließ sich als gepeinigter Künstler porträtieren; er will ein freier Künstler sein, leidet aber unter dem Joch launischer Brotgeber. Er war u.a. im Dienst von Margaretha van Parma in Brüssel und ihrem Ehemann Ottaviano Farnese in Parma. Seine Karriere endet in Frustration als Kapellmeister in Parma; er stirbt dort 1565. Monteverdi betrachtete ihn als den Begründer der modernen Musik und noch immer wird er als einer der wichtigsten Komponisten des westlichen klassischen Repertoires betrachtet.