Deep Listening Night / Musik beginnt mit dem Atmen
Sa., 26. Sept. 2026 · 19:00
Concertgebouw, Bruges
€16–31
Dass dieser Atem nicht bloß Luft ist, sondern eine Quelle von Resonanz und Emotion in der Musik sein kann, ist in diesem Deep Listening Night deutlich erkennbar. Jede Nuance in der Spannung und Stärke des Luftstroms beeinflusst Tonhöhe, Dauer und Lautstärke und formt auch den Ausdruck und die narrative Kraft. For the South Korean Daegum-Spieler Hyelim Kim, ein stabiler und kontrollierter Atem ist unverzichtbar für einen weichen, samtigen Klang. Ward Ginneberge lässt sein Akkordeon in einem audiovisuellen Werk seufzen, das sich auf das Atmen konzentriert. Klangkünstler Michele Spanghero bewegt sich auf der Grenze zwischen Technologie und Sterblichkeit in seiner Orgelinstallation für Lungenbeatmungsgeräte. Bertel Schollaert und die Musiker von Tempvs Fvgit and Oltremontano Antwerpen verlassen sich auf ihre eigenen Lungen. Eines ist sicher: nach heute wirst du das Atmen als so viel mehr als nur die notwendige Aufnahme von Luft sehen.\n\nAuf dem Programm:\n\nWard Ginneberge / Simon Steen-Andersen (Studio 1 )\n\nAtmen mit Akkordeon und Video\n\nMenschen atmen durch ihre Lungen, Akkordeons durch ihre Bälge. Für beide ist das Atmen von lebenswichtiger Bedeutung. Durch ein Video mit Live-Soundtrack erlaubt uns Asthma, die zarte Schönheit und den schrecklichen Horror von Luftströmen zu sehen und zu hören.\n\nBertel Schollaert / Possadas & Gísladóttir (Konzertsaal-Szene)\n\nNächtliche Strömungen der Fantasie\n\nIn Objetos de la noche, Alberto Posadas fängt das Bild von Luft ein, die sich durch die Nacht bewegt wie ein großes Biest, das im himmlischen Reich schwelgt. Unter Verwendung des Baritonsaxophons kreiert der Komponist eine Klanglandschaft voller Geheimnis, Bewegung und Textur, was in einer hypnotischen Klanglandschaft resultiert. Tauche ein in ihre ätherische, fast greifbare Atmosphäre.\n\nHyelim Kim / Koreanische Traversflöte (Kammermusiksaal)\n\nJahrhundertealtes asiatisches Repertoire wiedergeboren\n\nFlüsterleise und durchdringend kraftvoll. The Korean Daegum schwingt stark mit dem Atem des Spielers mit: leichte Änderungen im Luftdruck beeinflussen direkt die Tonhöhe und Klangfarbe. Hyelim Kim beherrscht dieses alte Instrument wie kein anderer und nimmt uns mit auf eine Reise durch alte Klänge und neue Werke.\n\nTempvs Fvgit / Korsische Polyphonie (Konzertsaal)\n\nAtem als Quelle der Harmonie\n\nKorsische Polyphonie klingt roh und ungeschliffen. Doch durch nichts weiter als menschlichen Atem bauen die männlichen Sänger von Tempvs Fvgit Klangkathedralen und rufen tiefe Emotionen hervor. Ihr Atem gibt den Rhythmus vor, was Spannung und Entspannung erzeugt. Kann ihr Atem auch dich transportieren?\n\nOltremontano Antwerpen / Il canto per il Signore (Kammermusiksaal)\n\nDie warme Klanglandschaft von Blasinstrumenten des 16. Jahrhunderts\n\nLass dich vom majestätischen Klang der Alta Capella einhüllen: Renaissance-Blasinstrumente, die Chansons, Madrigale und Tänze unter freiem Himmel zum Leben erweckten. Musik aus italienischen Sammlungen, aber mit Wurzeln in „unserer“ Kultur, geschaffen von den „Oltremontani“ – was „von über den Bergen“ bedeutet.\n\nMichele Spanghero / Ad lib. (Concertgebouw)\n\nOrgelklänge im Rhythmus einer Maschine\n\nIn Ad lib., medizinische Beatmungsgeräte liefern Luft an Orgelpfeifen in einer kontemplativen, fast meditativen Komposition. Klangkünstler Michele Spanghero verwischt so die Grenzen zwischen Technologie und Sterblichkeit und eröffnet einen Dialog über Leben, Technologie und Kreativität.