An der Schnittstelle von Theater- und Musikpraxis präsentiert Martha Canga Antonio HOLY, eine sinnliche Erfahrung, die das Heilige als einen Zustand des Seins in ständiger Neuerfindung erforscht. Darsteller und Publikum bewegen sich als Kollektiv durch verschiedene Räume und erkunden unterschiedliche Arten des Zusammenseins. Weder ganz Konzert noch Performance, schafft HOLY einen Raum, der zugleich persönlich und kollektiv ist – in dem das Publikum konzeptionelle Rahmen, Gewissheiten und Selbstbilder ablegt, um inneren Lichtern und Echos Raum zu geben. HOLY wurde aus und um eine Konstellation facettenreicher Talente herum aufgebaut und entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen einer Macherin und Autorin (Martha Canga Antonio), zwei kreativen Produzentinnen (MarieUmuhoza & Vivi Focquet), einem Szenografen (Jozef Wouters/Decoratelier) und einer Besetzung aus hybriden Performern, die die Grenzen von Musik und Tanz überschreiten. Es ist eine Reise, eine Passage, ein in der Zeit schwebender Moment, in dem Freiheit jenseits von Worten existiert und Frieden selbst in der Intensität gefunden wird. Ein heiliger Raum, geformt durch und für eine gemeinsame Ortsveränderung von Performern und Publikum. Für mich ist HOLY ein selbst geschaffener Raum, ein Zustand von Geist & Herz, der heilig wird, nachdem wir unsere Egos und Vorstellungen von der Welt losgelassen haben. Ein Raum, der individuell gefunden, aber auch mit anderen geschaffen werden kann. Ein Raum des Lichts, wie dunkel die Außenwelt auch erscheinen mag. Des inneren Friedens, wie kraftvoll wir ihn auch ausdrücken mögen. Der Freiheit, wenn Worte nicht ausreichen, um sie zu beschreiben. — Martha • Martha Canga Antonio (1995, sie/ihr) ist Schauspielerin, Schöpferin, Performerin und Musikerin. Ihre Arbeit, die disziplinäre Grenzen scheut, beginnt mit persönlichen Reflexionen, die aus ihrer Erfahrung, in der Welt zu sein, stammen. Diese nehmen nach und nach Gestalt an, sei es in Musik, Film oder Performance. Der gemeinsame Nenner all ihrer künstlerischen Projekte ist der Versuch, Türen zu Räumen in sich selbst zu öffnen, sie zu externalisieren und so anderen den Zutritt zu ermöglichen. Marie Umuhoza and Vivi Focquet verfügen über dramaturgische, produktionstechnische und künstlerische Erfahrung sowohl in den darstellenden Künsten als auch in der Musik. Marie Umuhoza ist für die Programmierung des internationalen Africa Is In The Future Festivals von La Bellone verantwortlich und hat mit Milo Slayers, Stanley Ollivier und Castélie Yalombo zusammengearbeitet. Vincent Focquet ist ein regelmäßiger Mitarbeiter von Sophia Rodriguez und war Hausdramaturg bei der Zirkuskompanie Side-Show. Das Duo entwickelte innerhalb von Decoratelier and Gouvernement eine einzigartige Praxis, bei der sie Dramaturgie und Produktion untrennbar miteinander verknüpfen und es schaffen, die künstlerische Linie voll und ganz zu vertreten. • Jozef Wouters (1986) ist Bühnenbildner, Theatermacher und bildender Künstler. Wouters’ Karriere in den darstellenden Künsten führte ihn durch Scheld’Apen, d e t h e a t e r m a k e r und a.pass. Seit 2017 ist er festes Mitglied von Damaged Goods. Als unabhängiger Artist-in-Residence entwickelt er dort verschiedene Projekte, die im Decoratelier in Molenbeek angesiedelt sind. Er arbeitete als Bühnenbildner für Meg Stuart, und zu seinen eigenen Arbeiten gehören INFINI, Underneath Which Rivers Flow, The Soft Layer und A Day is a 100 Years. Er entwarf Flow, das einzige Freibad in Brüssel, das in Zusammenarbeit mit der umliegenden Nachbarschaft gebaut wurde.