Der Körper ist ein flüchtiger Ort des Diskurses, an dem wir durch Bewegung Sinn schaffen, entwirren und verwandeln. Wie drücken sich unsere Körper aus, wie entschlüsseln wir eine Fülle von Zeichen? Und welche Rolle spielt die Sprache dabei? Mercury Rising erforscht die flüchtige Natur der Interpretation und befreit uns endlich von der Notwendigkeit des Wörtlichen, des Erklärenden. Das Stück nähert sich der Sprache auf direkte und phänomenologische Weise. Mit den Schöpfer·innen und Interpreten Dawn Jani Birley, Rita Mazza und Lukas Malkowski kartografiert Jefta van Dinther alte wie zukünftige nichtlineare Sprachen. Gemeinsam durchschreiten sie ein Terrain, auf dem sich Kommunikation, Gesten, Handlungsfähigkeit und Körperlichkeit kreuzen. Mehrere Gebärdensprachen werden thematisiert. Das Stück richtet sich daher an alle Zielgruppen, einschließlich gehörloser und hörender Zuschauer·innen. Das Werk erforscht die Komplexität der menschlichen Kommunikation am Vorabend eines Paradigmenwechsels. Was wir letztendlich teilen, ist keine Gewissheit, sondern die Unmöglichkeit, uns vollständig zu verstehen. Und trotz alledem und in derselben Bewegung das Bedürfnis, Verbindungen zu schaffen. • Jefta van Dinther (Schweden/Deutschland) ist Choreograf und Tänzer. Seine Arbeit zeichnet sich durch einen rigorosen physischen Ansatz aus und beinhaltet immer eine inszenierte Erforschung der Bewegung selbst. Der Körper in Bewegung steht im Mittelpunkt seiner Praxis, aber er ist in ein Ensemble aus Licht, Ton und Materialien eingebettet, mit denen er interagiert. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Er erforscht diese Frage durch die Beziehung zur Gesellschaft, zur Gemeinschaft und zur Umwelt, aber auch durch andere Lebensformen, wie die Tierwelt und nicht-menschliche Entitäten. Jeftas Performances erstrecken sich bis in metaphysische oder außerirdische Sphären und behandeln Konzepte wie Illusion, das Sichtbare und das Unsichtbare, Synästhesie, Dunkelheit, Arbeit, Sex, das Fremde, Affekt, Stimme und Bild.