Um 1600 wurden italienische Madrigale weit verbreitet in ganz Northern Europe durch einflussreiche Anthologien, gedruckt in der Werkstatt von Petrus Phalesius oder Phalèse. Diese Druckerfamilie aus Löwen ließ sich 1581 in Antwerpen nieder und half dabei, die Hafenstadt als Zentrum für Musiktypografie auf die Landkarte zu setzen. Auf diese Weise erreichte das italienische Madrigal eine breite Palette von Musikern in einer Vielzahl von Kontexten. Musik von Komponisten wie Luca Marenzio and Marc’Antonio Ingegneri überschritt mühelos Grenzen. Was in Italien entstand, wurde bald Teil eines gemeinsamen europäischen Repertoires, das sowohl von professionellen Ensembles als auch von kultivierten Amateurkreisen aufgeführt wurde. Basierend auf Madrigalsammlungen des frühen 17. Jahrhunderts, die in Antwerpen veröffentlicht wurden, erforscht das Fieri Consort die verschiedenen Arten, wie diese Werke in der Praxis interpretiert werden konnten. Das Programm demonstriert die Flexibilität des Madrigal-Genres und enthüllt ein Repertoire, das ebenso sehr von den Interpreten wie von den Komponisten geprägt wurde. Als Teil der Reihe Leuven Library of Music in Facsimile wird das Alamire Foundation in Kürze ein neues Faksimile und eine begleitende Studie zu den Madrigaldrucken von Phalèse veröffentlichen, die in Central Europe erhalten geblieben sind. Mit Musik von Luca Marenzio, Marc’Antonio Ingegneri und anderen Bio
Fieri Consort ist ein britisches Ensemble, das technische Finesse mit theatralischem Flair verbindet. Ohne Dirigenten, der die Interpreten vom Publikum trennt, liefern sie fesselnde und erfinderische Aufführungen von Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Manchmal a cappella aufgeführt, manchmal von historischen Instrumenten begleitet, spiegeln ihre Interpretationen die kollektive Expertise und Leidenschaft des Ensembles für dieses einzigartige Repertoire wider. -------------------------- >>> Dieses Konzert ist Teil von Voices of Passion 2027. Entdecken Sie während dieser Festivalausgabe, wie franko-flämische Komponisten des 16. Jahrhunderts auf internationalen Routen reisten und überall fruchtbaren Boden fanden. Zusammen mit ihnen erklang Musik – bewahrt in Manuskripten und Drucken – in zahlreichen städtischen Zentren, an fürstlichen Höfen sowie in Kapellen, Kirchen und Kathedralen. Löwen und Polyphonie sind seit Jahrhunderten eng miteinander verflochten. Zusammen mit dem Alamire Foundation hebt 30CC diese Tradition sowie aktuelle Forschung und Aufführungspraxis während des Festivals „Passion of the Voices“ hervor.