Unsere Quelle von Saint-Josse entspringt unter der Erde. Der Roman von Tijl Nuyts, der aus Schaerbeek stammt und Preisträger des Prix littéraire Boon ist, spielt ebenfalls in den Untergründen von Brüssel. Wir haben uns gemeinsam auf dem Platz niedergelassen, um sein Buch in einer geselligen Atmosphäre zu sezieren, sitzend unter einem Baum an diesem Sommerabend. „Grondwerk“ enthüllt eine verborgene Welt unter dem Place de la Patrie in Brüssel. Versteckt in einem Netz von Galerien wartet ein Nacktmull, der seit dem Horn von Afrika auf Mission ist, auf ein Briefing. Ein Mann, der an seinem Bau auftaucht, gewinnt sein Vertrauen und notiert seine Geschichte Wort für Wort. Währenddessen tauchen überall in der Stadt Dolinen auf. Im administrativen Herzen Europas braut sich etwas zusammen. Bereitet sich ein Aufstand vor? Grondwerk ist eine Geschichte über Widerstand und Wiederaufbau, über kollektives Handeln, über geteiltes Land und Versuche, die Welt bewohnbar zu machen. Ein Roman voller Verschwörungstheorien und Zukunftsvisionen, der zeigt, dass wir nicht ohne einander auskommen können.