Ein mörderisches Grippevirus und einige dramatische Missernten mähten um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts ein Fünftel der Londoner Bevölkerung gnadenlos nieder. Als ob das noch nicht genug wäre, forderte auch das katholische Schreckensregime von Mary Tudor das nötige Blutvergießen. Das Leben war kurz, unsicher und oft miserabel. Vor diesem Hintergrund schreibt John Sheppard (ca. 1515-1558) eine der monumentalsten und überwältigendsten Kompositionen des gesamten sechzehnten Jahrhunderts: Media vita. Dieses selten aufgeführte Meisterwerk ist der spektakuläre Höhepunkt eines fesselnden polyphonen Programms rund um Liebe, Tod und Vergänglichkeit.