Joséphine ist eine 28-jährige junge Frau, die seit ihrer Kindheit ein Fan von Johnny Hallyday ist. Für sie ist Johnny vor allem eine Familiengeschichte, wie dieser Moment, der in der Zeit schwebt: ein meisterhaftes Konzert in der Zitadelle von Namur, begleitet von ihrer Mutter und ihrer Schwester... Heute bewegt sich Jo in einem ganz anderen Umfeld als dem, in dem sie aufgewachsen ist, mit anderen Referenzrahmen, anderen Künstlern, die man lieben kann. Sie wirft einen kritischen Blick darauf, was ihr Idol darstellen kann. Dennoch bleibt ihre Liebe identisch und der Abschied hat einen Geschmack von Unmöglichkeit. Sie beschließt daraufhin, ein Webradio zu gründen: Sang pour sang Johnny, das Radio, das dir die Lust gibt, Lust zu haben. Nach ihrem Stück für junges Publikum Le ventre des sirènes setzt Aurianne Servais ihren Wunsch nach autofiktionaler Erkundung fort, zwischen Theater und Live-Konzert. In Sang pour sang Johnny leiht sie ihre Stimme den Worten einer Gemeinschaft von Fans, die sie im Vorfeld der Show getroffen hat. Indem sie sich einer virilen Figur bemächtigt, die den Geschmack für Performance und Exzess verkörpert, spielt sie mit unseren Repräsentationen: Ja, man kann eine Frau sein, gerne Leder tragen und so viel Kraft haben wie Johnny, der aus seinem Hubschrauber auf das Stade de France springt. Im Lichte seiner 57-jährigen Karriere und der Massen, die er entfesselt hat, ist Johnny eine Ikone der Populärkultur. Populär: ein Wort, das zu oft verunglimpft, abgewertet wird und den Beigeschmack von Klassenverachtung mit sich führt. Mit dieser neuen Kreation lädt uns Aurianne Servais ein, unsere Geschichten in die Hand zu nehmen, um Teile von uns zu versöhnen, Welten, die vielleicht gar nicht so unvereinbar sind…