Seit 2019 ist Stéphane Denève der musikalische Leiter des St. Louis Symphony Orchestra mit Sitz in Powell Hall. Im Jahr 2025, bei der Wiedereröffnung des Saals nach zwei Jahren intensiver Renovierungen, wandte sich Kevin Puts, damals Composer in Residence, der Zukunft zu. Sein neuer Melodienzyklus sprüht vor Optimismus und großen Gefühlen und feiert Powell Hall als ein Haus für die Zukunft.
Die europäische Uraufführung des Werks von Puts steht neben einer Welturaufführung: Anna Clyne hat ein neues Stück für Orchester und Chor komponiert, in Auftrag gegeben vom Brussels Philharmonic, dem Cincinnati May Festival und Radio France. Sie wählte drei Gedichte aus dem Stunden-Buch (Das Stunden-Buch) von Rainer Maria Rilke: „Ihre angeborene Musikalität, ihr Rhythmus, ihre Reime und ihre eindringlichen Bilder haben mich sofort inspiriert“. Die Symbolik von Rilke, durchdrungen von russisch-orthodoxer Liturgie, veranlasste Clyne dazu, eine harmonische Progression aus dem Finale der Bilder einer Ausstellung von Modest Moussorgski, „La Grande Porte de Kiev“, zu entlehnen.
Es ist daher nur natürlich, nach Clyne mit der musikalischen Ausstellung von Mussorgski fortzufahren. Unter den fachkundigen Händen von Ravel erwacht die originale Klaviersuite voll zum Leben: Ihre meisterhafte Orchestrierung übersetzt jedes Bild und lässt uns von einem bösartigen Zwerg zu Kindern, die in den Tuilerien spielen, bis hin zum monumentalen Tor von Kiew flanieren.