Aus dem/der Johann Sebastian Bach entlehnt, bezeichnet der Titel Matthäus-Passion hier eine Komposition aus autonomen Stimmen, bei der jede Präsenz auf die anderen einwirkt.
Die Passion ist dabei ein Zustand. Ein Zustand der Intensität, in dem die Werke koexistieren und sich gegenseitig erproben. Wo der Künstler inmitten dessen steht, was ihn ausgemacht hat – nicht um daraus eine Synthese zu bilden, sondern um die lebendige Spannung jenseits der Hommage aufrechtzuerhalten.
Matthäus-Passion ist jener Ort, an dem das Betrachten gewiss eine physische Erfahrung ist, an dem die Kunstgeschichte kein Hintergrund mehr ist, sondern eine aktive Materie, an dem die Werke nicht einfach aufeinander antworten; sie verharren an unserer Seite.