Alle Interviews gehen eigentlich über die Interviewer, das weißt du doch? Interviews gehen über die Eitelkeit von Interviewern, die denken: mit mir redest du ja doch. Ich bin diejenige, bei der du loslässt, bei der du dein wahres Ich zeigen kannst. Ich bin diejenige, bei der du zu Einsichten kommst, von denen du nicht einmal wusstest, dass du sie hattest. Zwei Frauen stehen auf der Bühne. Die eine ist eine gefeierte Schauspielerin, die kurz davor steht, ihren ersten eigenen Film zu machen, die andere eine gelobte Journalistin, die sie mit Fragen, Vermutungen und Gerüchten konfrontiert. Was als gemütliches Q&A beginnt, entgleist allmählich in ein Spiel aus Beweisdrang, kippenden Machtdynamiken und fanatischen Entlarvungsversuchen. Allen Enthüllungen zum Trotz ist es fraglich, wie gut wir sie wirklich kennenlernen. Bleibt es bei diesem endlosen Versuch, etwas zu sagen, das wahr, ehrlich oder vollständig sein will, aber das nie ist? Wie entlockst du, worauf du aus bist? Was sagst du, um dem zu entsprechen, was von dir verlangt wird? Und wer bist du, wenn der andere deine Worte bestimmt? In den Hochtagen des Clickbaits wagen sich Natali Broods und Katelijne Damen mit gespielter Offenheit an die Kunst des Tiefeninterviews, um es zu ehren, zu hinterfragen und zu parodieren. So zeigen sie, was es im Wesentlichen ist: kein wechselseitiger Austausch, sondern eine Form von Selbstskulptur und Kontrolle – eine dünne Schicht Firnis über einem chaotischen Leben. CREDITS Von: Natali Broods, Willem de Wolf und Katelijne Damen
Met: Katelijne Damen und Natali Broods
Scenografie und Technik: Bram De Vreese
Productie: DE HOE Mit der Unterstützung von: der flämischen Regierung