Freundschaft begleitet unser Leben von der Kindheit an. Im Laufe der Zeit verwandelt sie uns – und sich selbst –, gönnt sich Pausen, versiegt manchmal. Sie nährt sich von Worten, Taten, Schöpfung oder Kontemplation.
Dennoch wird die Freundschaft oft in den Hintergrund gedrängt, als weniger wesentlich angesehen als die Partnerschaft oder die Familie. Die Philosophie hat sie zu einer wesentlichen Säule des guten Lebens gemacht: Bei Epikur ist sie eine Bedingung für Glück und Gelassenheit, Hannah Arendt sieht sie als einen Raum, in dem die Welt teilbar wird, wesentlich für das demokratische Leben. Über die Jahrhunderte hinweg besteht eine gleiche Intuition fort: Ohne Freundschaft(en) schrumpft das Leben. In Zeiten sozialer Brüche und des Misstrauens ist Freundschaft eine mächtige kollektive Ressource: eine Fähigkeit, Verbindungen zu schaffen, im Dissens zu leben, ohne zu brechen, eine Welt des Gemeinsamen aufzubauen, ohne sich darin zu verlieren. Zwischen Konferenzen, Zeugnissen, Musik und Kontemplation wird uns dieser Tag die verschiedenen Dimensionen der Freundschaft beleuchten.
Les Journées Émergences sind eine einzigartige Gelegenheit, die Perspektiven zu zeitgenössischen Fragen zu kreuzen und gleichzeitig solidarische Projekte zu unterstützen, insbesondere solche, die vom Verein Karuna-Shechen getragen werden, der von Matthieu Ricard mitbegründet wurde.