In Aanwezig geht Johan Terryn von einer nachvollziehbaren Frage aus: Wie präsent bist du eigentlich im Leben der Menschen, die du liebst? Was als persönliche Suche nach der Vaterschaft beginnt, wächst zu einer warmen und treffenden Vorstellung über Zeit, Distanz und alles, was wir noch mitgeben wollen.
Als er seinen jüngsten Sohn in Prag zurücklässt, beginnt eine lange Rückfahrt voller Erinnerungen, Zweifel und Einsichten. Unterwegs denkt er über seinen eigenen Vater nach, darüber, was er selbst noch hätte sagen wollen und darüber, wie schwierig Präsenz manchmal in einer Welt voller Ablenkung ist.
Mit seiner typischen Mischung aus Humor, Rührung und Besinnung bringt Johan Terryn erneut eine Vorstellung, die sanft ankommt und lange nachhallt.
Also, du wolltest ein präsenter Vater sein. Versprechen an dich selbst.
Und das nächste, was du dich selbst tun siehst, ist, dich von der Mutter deiner Kinder zu trennen. Plötzlich bist du nur noch halb präsent. Woche um Woche. Und diese Formel wiederholst du, bis du plötzlich ein Kind absetzt, um in Prag zu studieren.
Dein letztes Kind, dein Jüngster.
Und du winkst. Und dann?
Dann hast du 900 km Zeit, dich zu fragen, wie präsent du selbst gewesen bist.
Präsent sein. Es scheint eine Aufgabe in einer Zeit voller Reize, die uns nach anderswo locken.
In seiner neuen Vorstellung versucht Johan Terryn so viel wie möglich ins Hier und Jetzt zu kriechen. Da zu sein und zu bleiben.
Er erinnert sich an seinen Vater, der präsent war, ohne präsent zu sein. Genau wie so viele Väter dieser Generation. Was man auch fragte, die Antwort war stets ‚hmm‘. Als er selbst seinen jungen erwachsenen Sohn in einer fernen, fremden Stadt zurücklässt und er zweifelnd winkend wegfährt, fragt er sich, ob er selbst genug gewesen ist. Präsent. Das Gefühl ‚Ich habe noch so viel zu geben‘ plagt ihn.
Auf der langen Rückfahrt sammelt er die wichtigsten Dinge, die er noch hätte sagen müssen. Eine Rede, um seinen Sohn ins Leben zu schicken. Unterstützt von seinen Podcast-Gästen macht er seine eigene – Art von – Wear Sunscreen oder: ‚900 km guter Rat, um voll präsent in diesem Leben zu sein‘.
Der Podcast Aanwezig wurde am 4. Oktober 2025 gestartet. Bekannte und inspirierende Gäste (wie Jeroen Leenders, Nora Monsecour, Tim Van Aelst, Ine Van Wymersch, Emma Bale, Wannes Cappelle, Fatinha Ramos, William Boeva, Emy Koopman, Ignaas Devisch und Aaron Blommaert) werden darin gefragt, wie sie versuchen, in dieser Welt voller Ablenkung präsent zu sein. Mit stets der Frage, was die wichtigste Lebenslektion ist, die sie selbst mit 21 hätten wissen wollen. 2026 folgt eine zweite Reihe des Podcasts.
Wie in seinen früheren Vorstellungen De ingehuurde man, Het uur blauw und Tot onze grote spijt weiß Johan Terryn mit seiner Stand-up-Psychologie erneut zu berühren. Sein Ton variiert zwischen lustig, bezwingend, rührend und herzerwärmend.
Text und Spiel: Johan Terryn
Coach: Randall Casaer und Wouter Deprez
Muziek: Pieter Schrevens
Decor und Licht: Pieter Van Leuven
Foto’s: Katoo Peeters (Plakat) und Diego Franssens
Met Unterstützung der Tax Sheltermaatregel der belgischen Föderalregierung, Sabam for Culture und Nieuwsblad
Coproductie: De Studio und Ouroboros BV
www.johanterryn.com