Der Künstler im Gespräch: vom Konstrukt zum Konzept
WHITE PRIVILEGE ist eine öffentliche Performance des Künstlers Eveline Bumba. Während der Intervention werden 100 signierte und nummerierte weiße Farbtöpfe verteilt, jeder bedruckt mit den Worten „WHITE PRIVILEGE“ und begleitet von einem Zertifikat. Die limitierte Auflage ist eine bewusste künstlerische Entscheidung.
So wie eine limitierte Edition Exklusivität und Knappheit in der Kunstwelt schafft, verweist diese Edition auf die ungleiche Verteilung von Zugang, Chancen und gesellschaftlichem Raum. Nicht jeder erhält die gleichen Chancen oder die gleiche Ausgangsposition. Der Farbtopf wird so zu einem Symbol eines Systems, in dem Vorteile ungleich verteilt werden.
Während der Performance trägt Eveline Bumba ein vollständiges weißes Arbeitsoutfit, bedruckt mit den Worten WHITE PRIVILEGE. Die Arbeitskleidung verweist auf den Bausektor und symbolisiert, wie gesellschaftliche Strukturen aufgebaut, aufrechterhalten und normalisiert werden. Der Künstler nimmt die Rolle eines Bauarbeiters ein, der keine Gebäude errichtet, sondern ein unsichtbares gesellschaftliches System sichtbar macht.
Nach der Performance wird die getragene Arbeitskleidung als ein 'Performance-Relikt' aufbewahrt: ein greifbarer Überrest der Intervention, der als Archiv und autonomes Kunstobjekt weiterlebt. Zusammen bilden die Arbeitskleidung, die Farbtöpfe und die Zertifikate eine Installation, in der ein alltägliches Bauprodukt zu einem skulpturalen Objekt wird, das Fragen über Macht, Zugang und die Strukturen stellt, auf denen unsere Gesellschaft aufgebaut ist.