Zu seinem zehnten Geburtstag taucht das Ensemble a nocte temporis in das Repertoire ein, in dem es exzelliert, und bläst den Staub von der selten gehörten Oper Alcide von Marin Marais und Louis Lully. Für den jungen Marin Marais, den wir vor allem als Gambenvirtuosen und Komponisten sublimer Kammermusik kennen, war es sein Operndebüt. Er arbeitete zusammen mit Louis Lully, dem ältesten Sohn von Jean-Baptiste Lully, dem Italiener, der als Hofkomponist von Ludwig XIV. das Genre der tragédie lyrique erfunden und zu großer Höhe gebracht hatte. Das packende Libretto erzählt die Geschichte der unerwiderten, außerehelichen Liebe von Alcide (Herkules) für Iole, die ihrerseits in Alcides Freund Philoctète verliebt ist. Genug Anlass, alle Trümpfe der französischen Barockoper einzusetzen: von vokaler Dramatik bis hin zu glänzend orchestrierten Orchesterpassagen und eleganten Tänzen. Mit a nocte temporis, dem Chœur de Chambre de Namur und einer Auswahl an herrlichen Solisten verspricht es ein sehr farbenreicher, französischer Barockabend zu werden.