An einem heißen Tag letzten Sommer fuhr Guido Belcanto mit seinem silbernen Cadillac nach Brüssel, Richtung Jubelpark. Dort blieb er in einem Pavillon vor dem gigantischen Relief ‚De Menselijke Driften‘ von Jef Lambeaux stehen.
Zwischen den Körpern aus Stein erkannte er auch sich selbst. Den Straßenmusiker, der von Café zu Café zog mit Liedern u.a. von der Zangeres Zonder Naam. Den Mann, der später seine eigenen Lüste besang, ohne Scham. Und auch die Schattenseiten anderer – mit viel Mitgefühl, aber nicht ohne Humor.
Wieder zu Hause nahm er Stift und Gitarre zur Hand und schrieb mit einem finsteren Lächeln auf den Lippen: „Das Leben ist ein barer Schrecken… Wir sitzen alle im selben Boot: jeder, arm oder reich, wir sterben“. Aber in Erwartung dessen gibt es den Kaiser des Lebensliedes, tröstend und unerschütterlich, um alles gut zu machen.
Ein Konzept für die Show gibt es nicht. Oder doch. Das Konzept heißt Guido. Erwarte also das Unerwartete. Aber auch einen Veteranen, der es noch kann. Jemanden, der mit einer süßen, vertrauten Stimme singt, geformt durch Nächte, Lüste und Liebe, die nicht weicht.