Ein Junge wandert entlang der Brandung und sammelt Artefakte aus der Nordsee. Schon seit seiner Kindheit ist er Strandräuber, fasziniert von allem, was das Meer ausspuckt und verschlingt. Das Meer offenbart ihm eine Schatzkammer voller Relikte; einen lecken Rettungsring, Samen aus anderen Kontinenten, einen Pottwal, der dringend am Leben erhalten werden muss. Die ganze Welt mit ihrer Schönheit und Zerstörung, ihrer unruhigen Migration und ihrem Klima zeichnet sich in einer Küstenlinie für ihn ab.
Eine Mutter wandert entlang der Brandung und sammelt Erinnerungen an ihren Sohn. Schon seit seiner Kindheit ist klar, dass er anders denkt und anders lebt. Wird sie ihn in die weite Welt loslassen können? Wird er sie loslassen können?
Mare Madre ist ein poetischer Monolog über die intensive Bindung zwischen einer Mutter und einem Sohn, über Vermissen und Wiederfinden, über Wegtreiben und Anschwemmen.
Tom Goossens führt Regie, Marijke Libert & Fred Libert schreiben, Stephan Vanfleteren entwirft die Szenografie. Zusammen mit Marijke Pinoy bringen sie eine Vorstellung, die ebenso nüchtern wie bildreich sein will, in der die Kraft der kleinsten Habseligkeiten spricht. Mare Madre ist sowohl Nabelschau als auch Starren auf den Horizont.
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