Hier, ich als Kaiserin - Molenstraat 103 / bus 5 - Veerle Baetens und Bo Spaenc
Do., 29. Okt. 2026 · 20:15
CC de Werft, Geel
€25
Auf der Bühne: eine Frau und ein Mann. Eine Schauspielerin und ein Musiker.
Musik, Körper und Worte erzählen gemeinsam die Geschichte einer Figur, die so farbenfroh ist, dass mehrere Charaktere auf der Bühne zu stehen scheinen.
Veerle Baetens und Bo Spaenc stürzen sich in die Interaktion miteinander und mit dem Publikum.
In voller Hingabe an die Erzählung wagen sie es zu schweben, zu schwitzen, nachzugeben und manchmal zu zerbrechen. Das Spannungsfeld auf der Bühne – mal harmonisch, mal widerspenstig – steht im Kontrast zu der isolierten Blase, in die sich die Hauptfigur, Minni Maes, zurückgezogen hat.
Minnie Maes ist die kleinste, graueste graue Maus. Sie hinterlässt keine Spuren, so minimal ist Minnie. In einer Welt, die immer härter und hässlicher oder wie sie sagt: „härterlicher“ wird, zieht sich Minnie zurück. In Molenstraat 103 Bus 5 ist sie Kaiserin und schwingt das Zepter. Hier verbrennt sie ihre Mäusigkeit und herrscht ihr Gemüt. Und ansonsten: Kopf ab. Aber darf sie Feuer speien in einer Welt, die schon brennt? Oder wird sie dann das, was sie verabscheut: ein Jäger, ein Vertreiber, ein Kolonialist? Wird sie dieser Mann auf imperialistischem Siegeszug, mit nur verbrannter Erde in seinem Kielwasser? Und wer heilt dann die Wunden?
Hier, ich als Kaiserin ist ein musikalischer Monolog über Einsamkeit, Macht und Zweifel. Darüber, wie laut es in einem Kopf sein kann, der zu viel fühlt. Über den beängstigenden und befreienden Akt, Raum einzunehmen. Und darüber, was passiert, wenn die Welt wieder, unerwartet, vor deiner Tür steht.
Inspiriert vom Hikikomori-Phänomen, bei dem Menschen nur noch selten ihr Haus oder Zimmer verlassen. Inspiriert von der Einsamkeitsökonomie, die einfache Alternativen für die komplexen Anstrengungen bietet, die menschliche Beziehungen erfordern. Inspiriert von einer Welt, deren Tempo wir nicht folgen können, und doch etwas vermissen. Inspiriert von dem Wunsch, von dieser ermüdenden Welt erlöst zu sein.