Im Sommer 1965 schrieb Karlheinz Stockhausen STOP für Orchester, ein abenteuerliches Stück, für das das Orchester in sechs gemischte Instrumentalgruppen aufgeteilt wird. Klang und Geräusch wechseln sich ab: Musikalische Fragmente tauchen auf, prallen aufeinander und verschwinden wieder, durchsetzt von unerwarteten Stillemomenten.
In dieser Saison tauchen Karin de Fleyt, Stijn Saveniers und Maya Verlaak in Stockhausens Originalskizzen ein. Ihre Recherche mündete in STOP, Antwerpener Version, bei dem eine der sechs Gruppen durch Live-Elektronik ersetzt wird. Das HERMESensemble wird diese Uraufführung spielen.
Darüber hinaus präsentiert Maya Verlaak BeRoer, ein neues Werk im Dialog mit STOP. While Stockhausen arbeitet mit festen Zeitblöcken, die hier live verlängert oder verkürzt werden können. Verlaak hat ein Instrument mit zwei rotierenden STOP-Schildern entwickelt: Das eine wählt einen Ton aus, der erst hörbar wird, wenn er stoppt, das andere verknüpft die Drehzahl mit der Tonhöhe. Dies erzeugt ein spannendes Zusammenspiel von Kontrolle und Instabilität, auf das die Musiker ständig reagieren.