Gloria glaubte immer, dass sie ‚ziemlich einzigartig‘ sei.
Bis sie eines Tages sich selbst über den Weg läuft.
Oder nein; jemand, der ihr sehr ähnlich sieht.
Jemand mit genau demselben Namen, demselben Körper, denselben Träumen.
Je mehr sie versucht, originell zu sein,
desto tiefer versinkt sie in einer Simulation ihres eigenen Lebens.
Bis sie erkennt, dass sie genau das geworden ist, wovor sie immer geflohen war;
eine Reproduktion,
ein Duplikat,
ein Pastiche ihrer selbst.
COPYRIOT handelt von unserer Suche nach Halt in einer Welt, die immer mehr wie eine Kopie einer Kopie scheint. Inspiriert von den Filmen von Charlie Kaufman und Dostojewskis absurder Kurzgeschichte De Dubbelganger, will Krapp eine tragikomische Spiegelwelt heraufbeschwören, voller seltsamer Verdopplungen und dubioser Doppelgänger.
Denn obwohl Individualität das höchste Gut zu sein scheint, werden wir immer häufiger mit unseren virtuellen Doppelgängern verwechselt; jenen idealisierten Geistern, die uns sehr ähnlich sehen und – wer weiß – eines Tages ‚echter‘ werden als wir selbst.
Krapp versucht mit COPYRIOT erneut, dem ‚Monströsen‘ in die Augen zu blicken. Nachdem sie in früheren Arbeiten mit paranoiden Cyborgs, gotischen Gespenstern und dem Teufel selbst abgerechnet haben, konfrontieren sie nun das größte Monster der Modernität; das eigene ‚Ich‘.
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