Am 11. Mai 2026 ist es zwanzig Jahre her, dass Oulematou Niangadou und Luna Drowart im Zentrum von Antwerpen ermordet wurden. Ein rassistischer Anschlag, der Narben bei Familien, Gemeinschaften und weit darüber hinaus hinterließ. Theatermaker Aminata Demba, die selbst jung ihre Eltern verlor, ist mit Oulematou Niangadou verwandt. Das grausame Ereignis berührt sie noch immer tief. Als Achtzehnjährige schöpfte sie Hoffnung aus der geteilten Trauer, die sie danach über die Gemeinschaften hinweg zu sehen glaubte. Bis diese plötzlich wieder verschwand. Mit einem tiefen Verlangen, diese Verbundenheit wieder greifbar zu machen, tat sich Demba mit dem Autor Annelies Verbeke und der SKaGeN-Schauspielerin Clara van den Broek zusammen, die ebenfalls mit frühem Verlust vertraut ist. Ihre Gespräche mit Hinterbliebenen wurden zu einer intensiven Suche, in der auch ihre eigenen Geschichten unvermeidlich eine Rolle spielten. Diese Vorstellung scheut nicht die Rohheit der Trauer, wählt aber eine Form, die Licht und Offenheit zulässt. So schafft ‚Kana Kassy / Niet Huilen‘ Raum für ein neues Bündnis über die verschiedenen Trauererfahrungen hinweg.