WHalll - Centre culturel de Woluwe-Saint-Pierre, Brussels
La gastronomie en Italie
Tausendjährig, vielfältig und inspirierend
Konferenz „Saveurs et Savoirs“ über die Kulturgeschichte unserer Ernährung
von Geneviève Lacroix, Historikerin,
Lizenzierte in Geschichte der UCL, Forscherin spezialisiert auf Mentalitätsgeschichte
En Italie, die Bolognese-Sauce existiert nicht. Sie mit Spaghetti zu assoziieren, wird sogar als barbarische Häresie betrachtet.
Die italienischen gastronomischen Traditionen sind zuerst in ihrer Region und ihrem Partikularismus verwurzelt.
Basierend auf Prinzipien, die seit der Antike theoretisiert wurden, haben sich die Rezepte und Praktiken im Laufe der Realität der Rohstoffe entwickelt.
Vom Prunk der großen Palasttische und dem Genie von Bartolomeo Scappi – Koch von drei Päpsten und „Wiederentdecker“ der Gänseleber der Festmähler des kaiserlichen Roms – bis zur Frugalität, die als gesunder und ewiger Lebensstil errichtet wurde, was sagen uns die Speisen und ihre Inszenierung im Laufe der Jahrhunderte?
Nudeln und Lasagne sind in den städtischen „tabernae“ seit dem 1. Jahrhundert wohlbekannt.
Sind Makronen Makkaroni? Warum entstehen die ersten Abhandlungen über gute Tischmanieren in der Renaissance auf der Halbinsel?
Warum ist die Bewegung Slow Food 1986 in Rom geboren?
Warum wird die „italienische“ Küche so sehr kopiert, entstellt, karikiert?
Unsere Ernährung hat eine lange, kulturelle, patrimoniale Geschichte, und sie entwickelt sich weiter auf Basis ihrer Errungenschaften, der kollektiven Fantasie und der Übertragung dieses Erbes.
Wir essen nicht irgendetwas auf irgendeine Weise.
Die Gastronomie Westeuropas hat eine reiche, üppige, komplexe und kulturelle Geschichte. Man isst Nährstoffe, und vor allem eine ganzheitliche, symbolische, spirituelle, künstlerische Fantasie. Unsere Ernährung vermittelt ein familiäres, historisches, anthropologisches Erbe.
Eine Nahrung ist gut zu essen, wenn sie gut zu denken ist, laut Lévi-Strauss. Die Anziehungskraft für bestimmte Produkte konnte sich im Laufe der Jahrhunderte radikal entwickeln, die psychologische und emotionale Investition kann intensiv sein. Die Verbote, das Verhältnis zum Heiligen, der Exotismus bilden ebenfalls das mentale und geschmackliche Bild der Speisen und Produkte.