„A story of industry of individual enterprise – humanity crusading in the pursuit of happiness“. (Eröffnungstafel Modern Times)
Was, wenn Charlie Chaplins Modern Times heute gedreht werden würde? Und dies nicht in der Fabrik, sondern im Kunstsektor. Zusammen mit Femke Gyselinck, Maya Mertens (Vieze Meisje), Jeroen van Der Ven und Lawrence Mcguire (Hogobogobogo) begibt sich Ferre Marnef auf die Suche danach, was Kapital innerhalb des flüssigen Arbeitsmodells des heutigen Freelancers bedeutet. Die Aufführung sprengt die glänzenden Fassaden der künstlerischen Unternehmer of the self, um ihren eigenen Charakter zu verstehen.
Aggressively Modern Times will den Gedanken lebendig erhalten, dass ein Eingreifen in diese flüssige Welt nach wie vor möglich ist. Es ist ein Guckkasten über Leben und Arbeiten in einem Klima, in dem der Mensch zunehmend zu einem Mittel zu degradieren scheint: entweder funktionierend oder versagend. Dazwischen gibt es, wie bei Maschinen, nichts.
In seiner ersten vollwertigen Aufführung seit Desnor kreuzt Ferre Marnef Klang und Bild. Es ist ebenso sehr ein Konzert wie eine Theateraufführung, will heimlich aber keines von beiden sein. Die bildnerische und sonische Collage zerrt die Gegenwart auf die Bühne; die Stadt als Maschine, den Künstler als Marke, um als sanfte Punk-Tat den Regeln der Kunst zu entkommen.
von/mit: Femke Gyselinck, Ferre Marnef, Lawrence McGuire, Maya Mertens & Jeroen Van der Ven Dramaturgie: Marie Peeters
Produktion: Sergeant
Koproduktion: KWP
mit Dank an: Mooni van Tichel, a e i o u, CAMPO, KVS & Pilar