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Le Regard entfernt. Eine Auswahl aus der Sammlung Ausstellung

Le Regard entfernt. Eine Auswahl aus der Sammlung

Di., 4. Aug. 2026 · 10:00
MAC's - Musée des Arts Contemporains de la Communauté française de Belgique, Hornu
Anhand von etwa fünfzehn Werken aus der Sammlung des MACS unterstreicht die Ausstellung die kritische Tragweite einer anthropologischen Vision, die das Nahe und das Ferne, das Vertraute und das Fremde, das Zentrum und die Peripherie umfasst. Durch eine solche Variation der Brennweite nimmt diese Optik eine doppelte Neuperspektivierung ein, die einen Blick vorschlägt, der gleichzeitig ins Anderswo dezentriert und durch Reflexion von sich selbst distanziert ist, als würde er von außen durch ein fremdes Auge beobachtet. Indem sie das praktiziert, was Claude Lévi-Strauss, dieser „Astronom der menschlichen Konstellationen“, das „ferne Schauen“ nennt, geht es für diese Künstler darum, das Ferne näher zu bringen und das Nahe zu entfernen, das eine durch das andere zu beleuchten, gemäß einem reformierten Humanismus, in dem das Moderne und das Traditionelle, das Rationale und das Sinnliche sowie der Fortschritt und die Natur nun versöhnt wären. Wie der geopoetische Atlas von Marcel Broodthaers, der die Silhouetten verschiedener Staaten auf eine identische Größe bringt, um einen Archipel ähnlicher Alteritäten zu schaffen, impliziert diese Subversion der Grenzen auch einen Kampf gegen den Ethnozentrismus und das imperialistische Modell der „Eroberung des Raums“. Mit der Globalisierung als Hintergrund beleuchten viele der hier präsentierten Werke Minderheiten, die von Akkulturation, Ausgrenzung oder Einwanderung seit Generationen innerhalb von Gebieten betroffen sind, die oft von einer kolonialen Geschichte geprägt sind: von den Naxi tibetischen Ursprungs in China (Emily Bates) bis zu den Indianern von Amérique du Nord (Jimmie Durham) und den jungen komorischen Flüchtlingen auf der Insel Mayotte. Tel le Tireur aus Dornen von Johan Muyle, das aus der christlichen Ikonographie in eine tragische und ironische Allegorie der Sühne umgewandelt wurde – hätte die zeitgenössische Kunst die Mission, uns wie der Anthropologe vor dem fatalen Schicksal zu warnen, das die Menschheit durch diesen Blick erwartet, der, vom Nahen absorbiert, das Ferne vernachlässigt hätte? Mit Werken von: Adel Abdessemed, Emily Bates, Marcel Berlanger, Marie Bovo, Marcel Broodthaers, Jimmie Durham, Jot Fau, Latoya Ruby Frazier, Mekhitar Garabedian, Alexis Gautier, Laura Henno, Olivia Hernaïz, Alfredo Jaar, Tarik Kiswanson, Michaël Matthys, Johan Muyle, Emmanuelle Quertain. Vom 14.06. bis 16.08. und vom 06.09. bis 01.11.2026 © Laura Henno
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Veranstaltungsort
MAC's - Musée des Arts Contemporains de la Communauté française de Belgique
r. Sainte-Louise, 82, 7301 Hornu
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