Post tenebras (spero lucem) – nach der Dunkelheit hoffe ich auf Licht – fasst perfekt zusammen, was dieses Programm von Ensemble Irini anstrebt: eine Rückkehr zu den Anfangstagen des venezianischen und byzantinischen Barocks in einem ungewöhnlichen, doppelchörigen Aufbau mit Blechbläsern: groß, räumlich und tief spirituell. Auf der einen Seite des Spektrums steht Giovanni Gabrieli, Meister der Mehrchörigkeit am San Marcobasiliek in Venedig. Zijn Sacrae Cantiones denken in Raum, mit Chören von Stimmen und Instrumenten als Bausteine. Auf der anderen Seite klingen virtuose, kontemplative Gesänge von Konstantinos van Aghialos und Joasaph van Athos, in denen Zeit Musik wird und umgekehrt. Post tenebras markiert ein neues Kapitel im Parcours von Irini Ensemble, aber ihr einzigartiger Sound blieb unberührt: warm, dunkel, polymorph und fernab von Alter-Musik-Stereotypen.