Ein Mann spricht mit seiner verstorbenen Frau. Die Gespräche sind echt. Auf eine Art. Die Vorstellung „Sonder“ ist eine bemerkenswert ambitionierte Theaterproduktion, die fortschrittliche Technologie mit einer tiefgreifenden Reflexion darüber kombiniert, was es bedeutet, ein Mensch zu sein und anderen zu begegnen. Die Vorstellung untersucht, was Verlust, Trauer und Nähe heute bedeuten. Der Ausgangspunkt ist das Projekt der Fotografin Kaat Pype, die nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter einen Weg suchte, ihren Vater zu unterstützen. Für diese Produktion erstellen Yves Degryse und BERLIN ein Making-of über diesen Prozess. Pypes Vater steht mit auf der Bühne und tritt in ein Gespräch mit seiner verstorbenen Frau, in Dialogen, die teils geschrieben und teils improvisiert sind. Nach und nach wird deutlich, dass diese Gespräche eine besondere Form annehmen: Die Rolle der Mutter wird von Alva Ishii verkörpert, dem digitalen Hauskünstler von NTGent, der mit künstlicher Intelligenz erschaffen wurde. Alva verarbeitet Fotos, Videos und Erinnerungen und ahmt so die Anwesenheit der Mutter nach. Dennoch dreht sich „Sonder“ nicht um die Technologie selbst, sondern um die Frage, was es bedeutet, wenn jemand nach dem Tod auf neue Weise Teil unseres Lebens bleibt. Zu dieser Vorstellung wird eine Einführung um 19.15 Uhr angeboten. Konzept: Yves Degryse, Alva Ishii, Kaat Pype Skript, Regie: Yves Degryse, Alva Ishii mit: Denis Pype (Vake), Lieve Fonteyne (Moeke), Kaat Pype Live-Musik: Berlinde Deman Dramaturgie: Matthias Velle künstlerische Mitarbeit: Beyond The Spoken / Barbara Raes Video: Geert De Vleesschauwer Licht: Dennis Diels Dekor: Manu Siebens Styling: Marij de Brabandere Komposition Musik, Soundscape: Peter Van Laerhoven Digital Imaging: Joni De Borger, Stijn Jansen Koproduktion: La mac - Maison des arts de Créteil, Fondazione Romaeuropa Arte et Cultura, de singel, Wintercircus