Ein theatralisches Konzert über einen vergessenen Protagonisten der Franse Revolutie Joseph Fouch – eine Hauptrolle im Schatten. Nach dem Erfolg von „Egmont“ und „Landru“ spannen Het Banket und I SOLISTI erneut zusammen. Während jene letzte Musiktheateraufführung immer noch volle Säle zieht, widmen sich die Macher nun der unwahrscheinlichen, aber wahren Lebensgeschichte von Joseph Fouch (1759-1820), dem unbekanntesten Hauptdarsteller der Franse Revolutie. Über diesen großen Umbruch wurde viel geschrieben, gesungen, gefilmt und erzählt. Während Terwijl Robespierre, Marat, Napoleon, Danton und Marie Antoinette die Geschichtsbücher füllen, bewegte sich Fouché stets in ihrem Schatten. Dennoch stand er zu jedem Zeitpunkt im Brennpunkt der historischen Entwicklungen seiner Zeit. Er wechselte die Seiten wie seine Unterwäsche: vom einen radikalen Extrem zum anderen. Er war in jungen Jahren katholischer Priesteramtskandidat, entpuppte sich danach aber als rücksichtsloser Schlächter all jener, die auch nur im Entferntesten mit dem Glauben zu tun hatten. Er lief von den Girondisten zu den Jakobinern über, den beiden Extremen innerhalb der revolutionären Bewegung. Er war fanatischer Royalist und dann wieder militanter Anti-Royalist. Der einst so radikale Revolutionär Fouché wurde später Minister im Dienste Napoleons und beendete seine Laufbahn als Polizeiminister unter König Ludwig XVIII. Fouchés Leben ist voller atemberaubender Wendungen. Wie kann es sein, dass dieser Mann, der während einer der turbulentesten Perioden unserer Geschichte eine so bestimmende und bizarre Rolle spielte, so unbekannt geblieben ist? Warum wird seine außergewöhnliche Geschichte nicht öfter erzählt? Het Banket und I SOLISTI bringen keine trockene Geschichtsstunde, sondern lassen die Menschen hinter den Daten lebendig werden. In einer Mischung aus Text, Bild und neuer Musik von Frederik Neyrinck bringen Jan Decleir, Marjan De Schutter, ein fünfköpfiges Bläserensemble und eine Sopranistin die Geschichte von Fouché auf die Bühne. Indem sie das Scheinwerferlicht auf diesen vergessenen Hauptdarsteller richten, werfen sie auch ein Licht auf die Zeit, in der wir heute leben. In den letzten Jahren herrscht schließlich ein neues Interesse an jener faszinierenden Periode unserer Geschichte. Wahrscheinlich, weil wir erneut in eine Zeitwende geraten sind, in der unsere vertraute Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert wird.