Koreanische traditionelle Malerei im Alter-Zeitalter; Rein und Hybrid
Mi., 4. Nov. 2026 · 12:00
Korean Cultural Center Brussels, Brussels
Kostenlos
Historische Meisterwerke vom Ende der Joseon-Dynastie bis zum 20. Jahrhundert werden neben zeitgenössischen Kreationen von vier koreanischen Künstlern präsentiert: Jean Song, Choe Sooryeon, Choi Haeri und Hwang Kyumin.
KOREANISCHE MALEREI: Tradition trifft Gegenwart
Im Herzen der Ausstellung steht die *Muninhwa* oder koreanische Gelehrtenmalerei, eine Tradition, die im Geist des *Seonbi* („gelehrter Literat“) verwurzelt ist. Anstatt die Tradition als ein in der Vergangenheit erstarrtes Element zu behandeln, untersucht die Ausstellung, wie diese etablierten künstlerischen Praktiken innerhalb moderner Temporalitäten erlernt, wiederholt und uminterpretiert werden.
Die Ausstellung zeigt Meisterwerke aus den Sammlungen von Ilmin Museum of Art und Ilmin Cultural Foundation und beleuchtet neun historische Persönlichkeiten – Jeong Seon, Yi Gwangsa, Kang Sehwang, Kim Jeonghui, Jang Seungeop, An Jungsik, Lee Sangbeom, No Soohyeon und Pak Nosoo – neben vier zeitgenössischen Künstlern. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören *Calligraphy and Paintings of Kang Sehwang* (1789) und *Flower and Bird* (ca. 1860) von Jang Seungeop.
KOPIEREN, UMINTERPRETIEREN, ERSCHAFFEN
Ein Schlüsselkonzept der Ausstellung leitet sich aus drei traditionellen Methoden des Lernens und der künstlerischen Schaffung ab: *Mo* (模, kopieren), *Im* (臨, studieren und imitieren) und *Bang* (倣, anpassen).
Die zeitgenössischen Künstler Jean Song, Choe Sooryeon, Choi Haeri und Hwang Kyumin greifen diese Grundprinzipien aus einer modernen Perspektive auf. Durch die Neukombination dieser klassischen Methoden lassen sie traditionelle koreanische visuelle Praktiken in einen dynamischen Dialog mit zeitgenössischen Sensibilitäten und Materialien treten.
Besucher können verschiedene Werke entdecken, angehend von der Tuschmalerei *The First Window* (2023) von Jean Song und Practice for Decorating a Shrine (2026) von Choe Sooryeon bis hin zum Ölgemälde *Water Column with Liliums* (2022) von Choi Haeri und *Mo-Im-Bang (The Gathering Room): copy, paint, and stroke* (2026) von Hwang Kyumin.
REIN UND HYBRID: Was macht eine Tradition aus?
Der Untertitel *Pure and Hybrid* wirft größere Fragen zur Evolution der „Tradition“ auf. Der Begriff *Hangukhwa* („koreanische Malerei“) trägt eine komplexe moderne Geschichte in sich, die während der Nachkriegszeit entstand, um nach der japanischen Kolonialherrschaft eine dekolonisierte künstlerische Identität aufzubauen. Anstatt einen einzigen „reinen“ Ursprung zu behaupten, hat sich *Hangukhwa* durch einen ständigen Dialog mit der zeitgenössischen Kunst kontinuierlich weiterentwickelt. Die Ausstellung behandelt die Tradition nicht als starre Reliquie, sondern als ein lebendiges, dynamisches Kultursystem, das kontinuierlich durch Hybridität und aktive Neuinterpretation geprägt wird.
KOREANISCHE MALEREI, IN BRÜSSEL NEU ENTWORFEN
Präsentiert im Rahmen von „2026 Touring K-Arts“, einer öffentlich-privaten Initiative zur Vermittlung koreanischer Künste an ein internationales Publikum, wird die Ausstellung unterstützt vom Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, der Koreanischen Stiftung für internationalen Kulturaustausch (KOFICE), Arts Council Korea und Hyundai Sungwoo Holdings.