Was machst du, wenn Jugend und Schönheit langsam verblassen und die Bewunderung ausbleibt? Bavo Buys nimmt dich mit in das Universum von Narcissus, ihrem Alter Ego, das den Kampf gegen die Zeit aufnimmt.
Narcissus will gesehen werden. Und wo geht das besser als im Theater, einer Bühne, auf der man betrachtet und angebetet wird. Narcissus unternimmt einen Versuch, die jüngste Version seiner selbst zu verewigen und kämpft (vergeblich) gegen die Zeit, die vorwärts kriecht. Denn während des Applauses entsteht eine Leere, die mit jedem Schlag tiefer wird. Wie weit wird Narcissus gehen, um sich unantastbar zu machen, um geliebt zu werden?
In „Wild Narcissus“ stellt Bavo Buys ihr neues Alter Ego Narcissus vor. Die Vorstellung vermischt Plot, Dokumentarfilm, persönliche Geständnisse und soziale Medien in einem kritischen und manipulativen Solo, das unsere narzisstische Gesellschaft zugleich anklagt und feiert. „Wild Narcissus“ zeigt die ephemere und zugleich zerstörerische Kraft von Jugend, Schönheit und Selbsterhaltung.
Inspiriert unter anderem durch den Mythos von Narcissus, den Roman „The Picture of Dorian Gray“ und Alter Egos innerhalb der heutigen Popkultur wie Sasha Fierce und Ziggy Stardust untersucht Bavo zum ersten Mal in einer eigenen Theatervorstellung das Schlechte im Menschen. Mit Erfolg, denn im September 2025 wird „Wild Narcissus“ Preisträger des Sabam-Preises während des TheaterFestivals.
Theatermacher und Schauspieler Bavo Buys (die/hen) schließt im Juni 2024 an KASK (Gent) ab und wird dort schon sofort mit Playright+ ausgezeichnet, einem Preis für Abschlussstudenten, die sich besonders auszeichnen. Schon während ihres Praktikums in Luanda Casellas „Elektra Unbound“ lässt Bavo sich durch ihr außergewöhnliches Metier und Präsenz bemerken. Dieselbe Periode ist sie in der feministischen Komödie „Up Your Ass“ (Nona Demey Gallagher & Lieselot Siddiki) zu sehen und ist sie für den Acteursgilde Theaterprijs in der Kategorie -35 Jahre nominiert. Ihre Abschlussvorstellung „Planet Winter“ basiert auf dem Science-Fiction-Klassiker „The left hand of darkness“ (1969).
Bavo spielt beim Machen und macht beim Spielen. Ihre Arbeit ist ein Netz aus Referenzen zu sowohl neuen Medien als auch klassischen Texten und kreiert so ein immersives Universum mit einer scharfen Sprachlichkeit, ausgeprägter Physicality und dynamischem Spiel. Roter Faden in ihrer Praxis ist die Idee des grenzenlos genderlosen Performers.
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