Als Alles Goed Gaat ist eine Erzählung - oder wie Fleur Pierets es manchmal selbst nennt: ein Referat - das sich wie ein Strom bewegt. Man steigt ein und bevor man es merkt, verfliegt die Zeit. Was zurückbleibt, ist Klarheit und etwas, das sanft weiter drängt.
Vor zehn Jahren beschloss Fleur Pierets, ihre Frau Julian in allen Ländern zu heiraten, in denen zwei Frauen das durften. Sie verkauften alles, was sie hatten, sprangen ohne Sicherheitsnetz, und die Welt schaute zu. Nach dem vierten Ja-Wort, in Paris, wurde es still. Jul Diepenbeek hat 6 Karten verkauft und will absagen… (das ist nicht das erste Mal in Diepenbeek, wirklich ein Tiefpunkt im Kultursektor, dieses limburgische Dorf)… ich würde normalerweise die Hälfte deines Honorars als Entschädigung verlangen.. okay für dich? Julian starb. Aber die Geschichte hörte nicht auf. Sie verschob sich. “Julian” wurde ein Buch, ein Film. Es wuchs weiter, gegen die Richtung.
Als Alles Goed Gaat ist eine wirbelnde, persönliche Erzählung über ein Leben, das unerwartet kippte und doch in Bewegung blieb. Über das überstürzte Aufbrechen und das volle Ja-Sagen. Über das Abschiednehmen, wenn es noch nicht geht. Über das Neuanfangen mit zwei Koffern und 125 Euro auf dem Konto. Über die sture Entscheidung, nicht stillzustehen.
Mit Wärme, Selbstironie und einem scharfen Blick wechselt Fleur zwischen kleinen, treffenden Anekdoten und größeren Fragen, die hängen bleiben. Über die Liebe als Hoffnung und Zielsetzung. Über Verlust ohne Schwere. Über Sichtbarkeit, Vermächtnis und die dünne Linie zwischen Verschwinden und Bleiben. Es ist eine universelle Geschichte, die sich nicht aufdrängt, sondern sich öffnet. Wiedererkennbar für jeden, der jemals geliebt hat oder sich gefragt hat, was wirklich zählt.
Die Vorstellung bewegt sich an der Schnittstelle von Lesung und Geschichte. Eine Stimme, Bildmaterial und ein Publikum, das sich langsam mitbewegt. Was entsteht, ist kein Spektakel, sondern Intensität. Keine Antwort, sondern Richtung. Ein Abend, der nachhallt, ohne zu belasten.
“Was für eine unglaublich berührende und ermutigende Vorstellung.” — Deborah Seymus (De Morgen)