In dieser Speakeasy eines Klavierrezitals schenkt Marie François ein für Beethoven, Cage, Pärt und Goebajdoelina
Beethoven als Mystiker: nicht das Erste, woran man bei dem romantischen Bilderstürmer denkt. Die Sprüche aus der alt-Egyptische Saïs-Tradition, die er auf seinem Schreibtisch hielt, deuten bereits auf eine tiefe Faszination für das Wesentliche und das Absolute hin. Marie François porträtiert Beethovens philosophische Seite mit der Sonate Opus 109, die überraschend mit Janáčeks nebligen Melodien, Goebajdoelinas ritueller Chaconne, Cages meditativer Stille und Pärts langwierigem „Für Alina“ resoniert. Coriglianos Fantasie über ein Beethoven-Ostinato zimmert die Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit fest.