WHalll - Centre culturel de Woluwe-Saint-Pierre, Brussels
€7–8
Blaise ist ein ganz banal außergewöhnliches Kind. Wie jeden Morgen vor der Schule klingelt sein Wecker unweigerlich um 7:00 Uhr. Auf dem Schulweg fleht ihn sein ganzer Körper an, umzukehren, also singt er, um sich Mut zu machen.
Diesen Morgen, wie jeden Montag, stellt Monsieur Lhermitte im Mathematikunterricht das Problem des Tages. Blaise bleibt wie erstarrt. Fassungslos. Die Worte verwirren sich in seinem Kopf.
Dann kippt etwas. Blaise tritt in eine Art Tagtraum ein: ein inneres, surrealistisches, poetisches Epos. Er findet sich an einem Strand wieder und macht aus seinem Problem ein Gedicht.
Indem er diesen symbolischen Raum durchquert, versteht Blaise, was in ihm vorgeht. Er zähmt seine Blockaden, erforscht sein Gedächtnis, seine Art zu lernen, seine innere Welt und findet nach und nach eine Leichtigkeit und die Freude am Lernen auf seine eigene Weise wieder.
Was passiert im Kopf eines Kindes, das nicht versteht?
Denkt man an nichts, wenn man nichts versteht? Oder an tausend Dinge gleichzeitig? Kann man schulische Schwierigkeiten in Stärke verwandeln? In eine Geschichte? In einen Traum?
Assis sur ma chaise ist ein Stück über schulische Misserfolge, aber auch und vor allem über die Möglichkeit, wieder aufzustehen. Es ist eine imaginäre Reise in das Herz der Blockade. Ein Eintauchen in den Kopf eines Kindes, das man für verloren hält. Dieses Stück möchte Kindern einen anderen Blick, eine andere Erzählung bieten, nicht um die Schwierigkeit zu leugnen, sondern um ihr wieder Sinn – und warum nicht – Schönheit zu verleihen.
Dieses Stück richtet sich an Kinder, aber auch an die Erwachsenen, die sie begleiten: Lehrer, Erzieher, Eltern. Es eröffnet einen Raum zum Zuhören, Teilen und Diskutieren. Es versucht nicht anzuklagen. Es versucht, eine Funktionsweise sichtbar zu machen, die für die meisten Menschen inkohärent erscheint.
Text: Louison De Leu – Regie: Louison De Leu, in Zusammenarbeit mit Laurie Périssutti, Jérôme Poncin und Marie-Odile Dupuis – Interpretation: Mélissa Diarra und Adrie Debiasi – Szenografie: Louise Vandervorst, Marie Kersten, Evy Demotte, Laurie Perissutti – Bau: François De Myttenaere – Lichtdesign: Cha Persoons – Regieassistenz: François De Myttenaere, Jonathan Vincke, Raph Kersten – Musik: Garance Giang Vo – Arrangements: Anatole Damien – Grafik (Animationen): Antoine Ducommun