Im Herzen von São Paulo steht der legendäre Wolkenkratzer Edificio Copan, ein Werk von Oscar Niemeyer. Eine Welt für sich, mit 5.000 Bewohnern, 100 Angestellten, 20 Aufzügen und einer eigenen Postleitzahl. Die Regisseurin Carine Wallauer, selbst Bewohnerin des Copan, zeichnet ein intimes und impressionistisches Porträt des Lebens innerhalb der Mauern des Gebäudes. Erwarten Sie keinen Film über die Geschichte des Copan, sondern eher eine Reflexion über eine durch politische Polarisierung zerrissene Gesellschaft. Das Ganze spielt sich in einem utopischen architektonischen Juwel ab, das einst danach strebte, eine egalitäre Gemeinschaft zu sein. Was ist heute davon übrig?
Carine Wallauer ist eine in Brasilien lebende Regisseurin, Kamerafrau und bildende Künstlerin. Ihr künstlerisches Schaffen schwankt zwischen Technik und Experimenten mit Bildern und ist auf digitalen Plattformen sowie in international renommierten Printpublikationen präsent. Sie hat an Gruppenausstellungen in Galerien in Italien, Kanada, der Türkei und den USA sowie an Einzelausstellungen in Brasilien teilgenommen. Ihr Werk ist Teil der Sammlung Joaquim Paiva und wird in den Sammlungen des MAM (Museum für moderne Kunst von Rio de Janeiro) und des MAC (Museum für zeitgenössische Kunst von Rio Grande do Sul) aufbewahrt. Sie hat drei Fotobücher veröffentlicht: Visões elevadas de eros, O vazio é um espelho und Quando o coração é um caçador solitário — alle vergriffen und in der Sammlung der IMS (Bibliothek des Instituto Moreira Salles) in São Paulo aufbewahrt.
Neben ihrer Arbeit als Kamerafrau bei Projekten anderer Filmemacher hat sie COPAN, ihren ersten Spielfilm, geschrieben, inszeniert und die Kamera geführt. Der Film gewann den Preis für den besten Spielfilm bei der 30. Ausgabe des internationalen Dokumentarfilmfestivals „It’s All True“ und wurde offiziell in die Wettbewerbssektionen prestigeträchtiger Festivals wie CPH:DOX 2025 – Internationales Dokumentarfilmfestival Kopenhagen und das FICG – Internationales Filmfestival Guadalajara aufgenommen.
Der Film wurde mit Unterstützung von Ancine, FSA, BRDE, PROAC SP, CNC Cinéma du Monde, dem Institut français, der Région Nouvelle-Aquitaine und dem Département Charente-Maritime realisiert.
Diese Vorführung wird Ihnen im Rahmen des europäischen Festival du Nouveau Bauhaus 2026 angeboten.
Programm
19:00 Einführung + Vorführung
21:00 Q&A mit Carine Wallauer