Quinceañeras ist inspiriert vom ikonischen lateinamerikanischen Ritual des fünfzehnten Geburtstags, das den symbolischen Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter markiert. Durch diese Feier, die in kolonialen Einflüssen und neu erfundenen Bedeutungen verwurzelt ist, erforschen die Künstler, wie Traditionen gleichzeitig einschränkend und befreiend sein können. Was bedeutet es, in einem System auferlegter Rituale das Erwachsenenalter zu erreichen, und wie können diese Rituale umgeschrieben werden, um Formen des Widerstands und der Selbstbehauptung zu werden? Als kolumbianische Künstlerinnen, die in Europa leben, nähern sich Luisa und Estefanía diesem Thema aus der Perspektive von Migrantinnen. Ihre Freundschaft hat ihren kreativen Prozess genährt: ein Raum des Vertrauens, der Aufmerksamkeit und des Spiels, in dem sie neue Formen weiblicher Repräsentation erforschen. Durch Tanz, Musik und performative Rituale verwandeln sie das Theater in einen hybriden Raum, in dem sich Exzess, Emotion, Nostalgie und Abwesenheiten vermischen. • Luisa Fernanda Alfonso und Estefanía Álvarez Ramírez sind zwei kolumbianische Künstlerinnen, die ursprünglich aus Bogotá bzw. Medellín stammen. Seit 2016 kreieren sie gemeinsam Werke. Sie nähern sich Tanz und Performance mit humorvoller Fantasie, angetrieben von dem dringenden Bedürfnis, ihre lateinamerikanische Identität und ihre gegenseitige Liebe zu erforschen. Ihre Intimität und ihre tiefe Freundschaft sind ihr kreativer Motor und ihre Werkzeuge der Subversion. Nachdem sie vier Jahre lang gemeinsam extrem akribische kinetografische Studien an der Folkwang Universität absolviert haben, sind ihre Kreationen ein offensichtlicher Zusammenprall zweier Welten: westliche Kompositionsstrukturen, die ihre Nostalgie für ihre Heimat und ihr Gefühl der Abwesenheit darstellen. „Quinceañeras“ ist ihr erstes abendfüllendes Werk, das im späten Frühjahr 2026 uraufgeführt wird. • Luisa Fernanda Alfonso ist eine Tänzerin und Choreografin aus Bogotá, Kolumbien. Sie absolvierte eine Ausbildung am Limón PSP in New York, hat einen Bachelor-Abschluss in Tanz von der Folkwang Universität und einen Master in Solo/Tanz/Schreiben von der HZT Berlin. Mit einer soliden Ausbildung in klassischem und modernem Tanz nähert sie sich der Choreografie als sorgfältig orchestriertem theatralischen Apparat, oft verflochten mit ihrer Affinität zur Musikschöpfung. Ihre Werke Masterpiece und A humble concert by a decent woman wurden an verschiedenen Orten wie Les Urbaines, Parallèle, PACT Zollverein, Rakete, MIND EATER, La Casa Encendida, Sophiensaele, BUDA, Kunstverein München, BIT Bergen, NMZ Essen, Teatro Juárez Guanajuato und anderen präsentiert. Sie tanzte in Werken von Sanna Helena Berger, Leila Hekmat, Deva Schubert, Armin Hokmi, Xenia Koghilaki, caner teker, Emilie Gregersen und anderen. Sie kreiert derzeit neue Werke mit ihren Angehörigen: Estefanía Álvarez Ramírez und Peter Rubel. • Estefanía Álvarez Ramírez ist eine Tänzerin, Performerin und Schöpferin aus Medellín, Kolumbien. Sie studierte von 2010 bis 2014 Architektur in Kolumbien. 2019 erhielt sie einen Bachelor-Abschluss in Tanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen, dann 2021 einen Master in Tanz bei P.A.R.T.S. in Brüssel. In der Vergangenheit wurden ihre persönlichen Forschungen von den Begriffen „gebauter“ und „nicht gebauter“ Konstruktionen geleitet: eine Verflechtung von Handwerk, Sentimentalität und Fiktion. Bildsprache, Nostalgie, Humor und ein Tanz, der sich von Emotionalität und Technik entfernt, stehen im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis. Sie hat unter anderem mit Kinga Jaczewska, Geert Belpaeme, Bosse Provoost und Ezra Veldhuis, Carly Rae Heathcote, Ode de Kort, Keren Kraizer, Lydia McGlinchey, Leila Hekmat, Lena Grossmann und Spazio Cura de Thorben Gröbel zusammengearbeitet. Seit 2016 arbeitet sie mit Luisa Fernanda Alfonso zusammen.