Der Sonnenkönig – der größte König, den Frankreich je gekannt hat (1638 – 1715) - bestellte tatsächlich 141 (!) Opern, in denen er selbst auch meistens die Hauptrolle tanzen wollte. Sein goldenes Schloss und seine Gärten voller goldener Brunnen mussten von morgens früh bis abends spät voller Musik sein: Sonnenmusik. Er war doch selbst der Sohn der Sonne, ein „tanzender Sonnenstrahl“. Die Barockmusik florierte. Sie wurde dort vor Ort erfunden, mitten in den Gärten, auf den Wassern und in den Theatern von Parijsen Versailles.
Stellen Sie sich vor: Sie sind Lully – Jean-Baptiste Lully – bis vor kurzem der Lieblingskomponist des Sonnenkönigs selbst. Einst waren Sie nur ein Kind der Mühle, dann plötzlich und unerwartet ein Zauberer mit Noten und Maschinen und goldenen Geschichten für den Sonnenkönig lui-même. Nun sitzen Sie, versteckt unter der Bühne. Zwischen den Seilen und den hölzernen Rädern, die alles in Betrieb setzen. Fliegen und Tanzen: über Ihnen. Der vermoderte Boden unter Ihnen. Musiker laufen ab und an mit Cembalos und Pauken, magistrale Dekorteile erscheinen und verschwinden, es erklingen wunderbare Klänge der schönsten Musik, die jemals für einen König geschrieben wurde. Von Ihnen … Aber der König hat Sie fallen lassen. Sie kamen der Sonne zu nahe und haben sich verbrannt. Sind Sie der Sohn der Sonne? Oder ist diese Sonne gerade der Sohn von Ihnen? Sie schrieben für ihn schließlich all die Ballette und Musik, auf denen er glänzen und strahlen konnte.
Zoon van de Zon ist ein verrückter Ritt voller frischer Musik, inspiriert von den komischen und epischen Opern am Hof von Versailles im 17. Jahrhundert. Klasbak-Schauspieler und Sänger Dries Vanhegen spielt sich die Seele aus dem Leib als Lully – Hofkomponist des Sonnenkönigs, Elisabeth De Loore spielt auf dem Cembalo und Opernsänger Pieter De Praetere und Lucas Cortoos singen und spielen sich die Seele aus dem Leib, um an diese 141 Opern zu gelangen, die der König will. Aber dann sickern die echten, gruseligen Folgen von zu viel Macht ein… wer gewinnt, die Sonne oder der Teufel?...
Eine neue Musik+Theater-Vorstellung von BRODER für 8+. Über Herrscher mit zu viel Macht und ein spielerisches Übermaß an wildem Barock.
Über die Geschichte des Sonnenkönigs erzählt die Vorstellung etwas über schönen Schein. Über den Glamour von Perücken, Parfüms und abblätterndem Blattgold an der Vorderseite, aber manchmal hässlich stinkend an der Rückseite. Kann extreme Macht für extrem viel Kunst sorgen? Und dient diese Kunst dann der Macht? Darf ein Sonnenkönig tun, was er will, wenn es nur Schönheit hervorbringt? Aber auch: der Applaus! Die Entzückung beim Spektakel! Über den Wert und die Schönheit großer Kunst, um das Leben erträglicher und fröhlicher zu machen, auch wenn es in Ihrer Fantasie ist.