Het Banket & I Solisti / Jan Decleir & Marjan De Schutter
Do., 10. Dez. 2026 · 20:00
CC Stroming, Sleidinge (Evergem)
Ein theatralisches Konzert über einen vergessenen Protagonisten der Franse Revolutie
Joseph Fouché – eine Hauptrolle im Schatten \n\nNach dem Erfolg von „Egmont“ und „Landru“ legen Het Banket und I SOLISTI erneut die Hände ineinander. Während jene letzte Musik-Theater-Vorstellung noch immer volle Säle zieht, beugen sich die Macher nun über die unwahrscheinliche, aber wahre Lebensgeschichte von Joseph Fouché (1759-1820), dem unbekanntesten Hauptdarsteller der Franse Revolutie. \n\nÜber jene große Umwälzung ist viel geschrieben, gesungen, gefilmt, erzählt worden. Terwijl Robespierre, Marat, Napoleon, Danton und Marie Antoinette die Geschichtsbücher füllen, bewegte sich Fouché immer in ihrem Schatten. Dennoch stand er zu jedem Moment im Brennpunkt der historischen Entwicklungen seiner Zeit. \n\nEr wechselte das Lager wie Unterwäsche: vom einen radikalen Extrem zum anderen. Er war katholischer Priesteramtskandidat in seinen jungen Jahren, zeigte sich danach aber als rücksichtsloser Schlächter jedes Einzelnen, der auch nur irgendetwas mit dem Glauben zu tun hatte. Er lief von den Girondisten zu den Jakobinern über, den zwei Extremen innerhalb der revolutionären Bewegung. Er war fanatischer Royalist und dann wieder militanter Anti-Royalist. Der einst so radikale Revolutionär Fouché wurde später Minister im Dienst von Napoleon und beendete seine Laufbahn als Polizeiminister unter König Ludwig XIII. \n\nFouchés Leben ist voll von atemberaubenden Wendungen. Wie kann es sein, dass dieser Mann, der während einer der unruhigsten Perioden unserer Geschichte eine so bestimmende und bizarre Rolle spielte, so unbekannt geblieben ist? Warum wird seine außergewöhnliche Geschichte nicht öfter erzählt? \n\nHet Banket und I SOLISTI bringen keine trockene Geschichtsstunde, sondern lassen die Menschen hinter den Daten zum Leben erwachen. In einer Mischung aus Text, Bild und neuer Musik von Frederik Neyrinck bringen Jan Decleir, Marjan De Schutter, ein fünfköpfiges Bläserensemble und eine Sopranistin die Geschichte von Fouché auf die Bühne. Indem sie einen Scheinwerfer auf diesen vergessenen Hauptdarsteller richten, werfen sie auch ein Licht auf die Periode, in der wir jetzt leben. In den letzten Jahren herrscht schließlich ein neues Interesse an jener faszinierenden Periode unserer Geschichte. Wahrscheinlich, weil wir erneut in eine Zeitwende geraten sind, in der unsere vertraute Gesellschaft in ihren Grundfesten bebt.