Eine Gruppe französischer Teenager reist für einen Schulausflug nach Neapel zu den Ausgrabungen von Pompeji, wo die Opfer des Ausbruchs des Vesuvs seit Jahrhunderten in Stein gefangen liegen. Unter der sengenden italienischen Sommersonne kommen auch bei den Jugendlichen unterdrückte Verlangen, Frustrationen und unglückliche Lieben immer deutlicher an die Oberfläche. Einer nach dem anderen übergibt er sich Gefühlen, die er nicht länger unter Kontrolle zu haben scheint, bis es kein Zurück mehr gibt.
Cinematograaf Marine Atlan (Le Ravissement, Jessica Forever) gibt mit La Gradiva ihr Langfilmdebüt, und das ist jedem Bild anzusehen. Ihre Kamera bleibt nah an den Figuren und fängt Haut, Licht, Schatten und die zitternde Hitze von Neapels in sinlichen Bildern ein. Den versteinerten Körpern von Pompeji stellt sie eine junge Generation gegenüber, die geradezu vor Verlangen und Lebenskraft sprudelt. Ein zärtlicher und schwüler Film mit einem Hauch von Call Me von Your Name, ausgezeichnet mit dem Grand Prix der Semaine de la Critique in Cannes.