Nach einem Brat Summer, in dem Charli XCX mit ihrem Album die Instagram-Feeds bevölkerte und die AirPods von allen übernahm, erweist sich ihre größte Herausforderung nicht als der Erfolg selbst, sondern das Halten desselben. In The Moment spielt sie eine übertriebene Version von sich selbst: einen Popstar, der sich in den Erwartungen des Publikums, des Plattenlabels und ihres eigenen Perfektionismus verstrickt. Was als ironischer Blick auf die Maschine hinter dem Megastar beginnt, entgleist in einen klaustrophobischen Albtraum, in dem Künstler, Alter Ego und Marketingkonstrukt immer mehr verschwimmen.
Mit diesem erfrischenden Take auf den Konzertfilm übersetzt Aidan Zamiri Charlis stroboskopische Konzertästhetik in Filmsprache. Seine herrlich unhinged Satire auf die Promi-Kultur ist ein Russisches Roulette aus blinkenden Lichtern, hochgeputschten Konzertaufnahmen und einer ordentlichen Portion Selbstironie. Gleichzeitig stellt diese barocke Behind-the-Scenes-Dokumentation die Frage, wie Künstler in einem Ökosystem überleben können, das immer mehr will, bis der Hype schon wieder zu etwas Neuem weiterzieht.