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Oxalys Ensemble - Belgische Musiktage
Musik

Oxalys Ensemble - Belgische Musiktage

Mo., 9. Nov. 2026 · 17:00–18:00
Muziekcentrum De Bijloke Gent, Ghent
€10–22
Auf der unermüdlichen Suche nach (belgischem) unbekanntem Kammermusikrepertoire, die Oxalys seit so vielen Jahren auszeichnet, sind wir vor etwa fünfzehn Jahren auf das schmale, aber wunderbare Œuvre des Lütticher Komponisten Georges Antoine gestoßen. Geboren 1892 und viel zu früh von uns gegangen am 15. November 1918, vier Tage nach dem Waffenstillstand. Sein langer Aufenthalt in den Schützengräben hatte ihn aufgrund seiner ohnehin schwachen Gesundheit völlig erschöpft. Nicht nur sein frühes Ableben, sondern auch der Kompositionsstil erinnern sofort an jenen anderen franko-belgischen Komponisten: Guillaume Lekeu. Eine Sonate für Violine und ein Klavierquartett bilden jeweils den Höhepunkt in ihrem jeweiligen Kammermusikœuvre. Ein Schüler von Lekeu, der ebenfalls vor seinem vierzigsten Lebensjahr verstarb, ist der in Dinant geborene Komponist Albrecht Huybrechts. Er wurde bereits im Alter von 11 Jahren am Brüsseler Konservatorium zugelassen und hinterließ uns ein wiederum begrenztes, aber wunderbares Œuvre. Im Jahr 1926, nachdem er den prestigeträchtigen Coolidge-Preis für seine Violinsonate erhalten hatte, die übrigens in New York mit dem französischen Spitzenpianisten Alfred Cortot am Klavier uraufgeführt wurde, schrieb er ein Trio für die etwas weniger gewöhnliche Besetzung: Flöte, Bratsche und Klavier. Huybrechts’ Stil bewegt sich ein bisschen zwischen Debussy & Ravel und dem Modernismus von Strawinsky und Bartók. Im zweiten Teil hört man einerseits die französische Raffinesse von Klangfarbe und Harmonie, während die Ecksätze kantiger, rhythmischer und erdverbundener angelegt sind. Oxalys hat in ihrem Bestehen auch schon zahlreiche Kompositionsaufträge an belgische Komponisten vergeben. In dieser Reihe durfte der Antwerpener Komponist Bram Van Camp nicht fehlen. Voor Oxalys schrieb Van Camp im Jahr 2017 Mozart’s dissonance; ein Werk, das im Zentrum eines Mozart-Programms stehen sollte. Van Camp versucht zu untersuchen, was passiert, wenn man die Mozartshen Dissonanzen von ihrer tonalen Funktion löst. In Mozarts Musik entstehen Dissonanzen oft als nichtharmonische Töne innerhalb einer melodischen Verzierung. Sie erzeugen Spannung, werden aber anschließend in einen konsonanten Akkord aufgelöst. Van Camp nimmt genau diese dissonanten Zusammenklänge und sagt sozusagen: Was wäre, wenn wir diese Dissonanz nicht auflösen? Er identifizierte etwa 15 Vierklänge, die buchstäblich in Mozarts Musik vorkommen, einschließlich ihrer Umkehrungen. Anschließend platziert er sie in einem nicht-tonalen Kontext. Dadurch verändert sich ihre Funktion völlig: Was bei Mozart eine temporäre Spannung ist, wird bei Van Camp zu einem eigenständigen Klangelement. Van Camp nimmt nicht nur die Harmonie, sondern auch den Satzbau von Mozart auseinander. Er stellt fest, dass Mozarts Phrasierung oft sehr natürlich und symmetrisch wirkt, sich bei genauerer Untersuchung jedoch überraschend asymmetrisch erweisen kann. Diese Asymmetrie wird bei Van Camp zu einem Ausgangspunkt für die rhythmische Struktur von Mozart’s dissonance.
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Veranstaltungsort
Muziekcentrum De Bijloke Gent
Bijlokekaai 7, 9000 Ghent
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